Kultur | Salzkammergut | Bad Goisern am Hallstättersee | Kurt Schmidsberger | 25.11.2011
Es stimmt schon, dass amerikanischer Jazz im Vergleich zum europäischen rauer ist (Lucian Ban im Interview der OÖN, 11.11.11).
Beweise dafür sind der expressive Ton, die knappe Melodik und die Dissonanzen des amerikanischen Jazz. Das letzte Konzert des Jahres 2011 der „Jazzfreunde“ Bad Ischl mit „LUCIAN BAN's ELEVATION featuring ABRAHAM BURTON“ war der einzige Zwischenstopp in Österreich für die New Yorker Band im Rahmen ihrer Europatournee. Bad Goisern als Spielort teilte damit den Weg von Bukarest nach Paris in etwa zwei Hälften. In der gut besuchten Landesmusikschule spielte das „Elevation“-Quartett am 17. November neun eigene Kompositionen von Lucian Ban. Die New Yorker trugen Hüte, die manchmal fast zur Gänze ihre Augen verdeckten: ein geheimnisvoller Auftritt.
Nun sind Lucian Ban, Abraham Burton, Brad Jones und Derrek Phillips nicht nur Meister des modernen, intensiven und virtuosen Jazz, denn ihr Ensembleklang, sowie ihre breiten, ausgedehnten Soli in Klavier, Tenorsaxofon, Bass und Schlagwerk haben viele Facetten. Genau so attraktiv klang das Quartett auch in den simplen Momenten: Lyrik pur. Weite Balladenstimmung, langsamer Puls, Glissando im Klavier und Melodien, die oft um ein Zentrum gravitieren, sorgten für Abwechslung. Danach gab es wieder kraftvolle Sprünge im Saxofon und lebhafte Bass- und Trommelphasen. Eine Zugabe rundete den schönen Abend ab.
Mag. Yuliya Atzmanstorfer
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