Chronik | Wels | Christian Feregyhazy | 05.01.2012
Oberösterreich beim Fortschritt ganz vorn!
„Anstatt sich mit neuen Belastungen zu beschäftigen, sollte die Politik endlich damit beginnen, bestehende Effizienz- und Einsparungspotentiale, etwa im Pensionssystem oder in der Verwaltung, zu heben“, fordert Mag. Markus Raml, Landesvorsitzender der Jungen Wirtschaft. „Ankündigungen alleine bauen keinen Cent an Schulden ab. Daher muss die angekündigte Schuldenbremse mit konkreten Maßnahmen in Angriff genommen werden.“ Die politische Diskussion läuft Gefahr, wieder einmal an den wesentlichen Punkten vorbeizugehen. Die Politik sollte sich ein Beispiel an den Unternehmern nehmen. „Ein Betrieb, der zu teuer produziert kann auch nicht einfach die Preise erhöhen. Er wird zuerst nach Effizienzpotenzialen im eigenen Unternehmen suchen, damit er wettbewerbsfähig bleibt“, so Raml.
„Der Reformstau in Österreich gehört überwunden! Es liegen inzwischen unzählige Vorschläge dafür auf dem Tisch: die 100 Maßnahmen des Rechnungshofes, die Ergebnisse des Österreich-Konvents oder auch die vielen Initiativen der Wirtschaftskammer Österreich. Wann werden diese endlich umgesetzt? Die Politik ist es den Jungen in diesem Land schuldig, die Ärmel hochzukrempeln und diese Vorschläge zu realisieren“, fordert Raml. Dazu gehört auch die Verankerung einer Schuldenbremse in der Verfassung. „Für Zinszahlungen wird auch jetzt schon zuviel Geld verwendet, das wir für Investitionen in die Zukunft brauchen: Für Forschung, Bildung, Technologie und für neues Wachstum durch junge Unternehmen. Doch der Schuldenberg wächst weiter“, warnt Raml angesichts der europaweiten Schuldenkrise. „Aus unserer Sicht wäre daher auch der Beschluss einer Schuldenbremse im Verfassungsrang ein wichtiges Signal der Selbstverpflichtung.“ Dem Stimmen auch die Mitglieder der Jungen Wirtschaft zu: 49 Prozent stimmen der Einführung einer Schuldenbremse in der Verfassung voll und ganz zu, weitere 39 Prozent teilweise.
Generationenscan verwirklicht
Bestandteil der von der Jungen Wirtschaft geforderten Reformen ist auch mehr Generationengerechtigkeit. Immer weniger zahlen im Pensionssystem immer mehr. Nur lediglich 48 Prozent der österreichischen Bevölkerung sind Erwerbstätige. Österreich ist OECD-Spitze, was Pensionsausgaben betrifft: Es gibt für Pensionen doppelt so viel aus als andere industriell entwickelte Länder. Daher begrüßt Markus Raml auch den im Nationalrat beschlossenen Generationenscan: „Durch die verpflichtende Überprüfung von neuen Gesetzen im Hinblick auf ihre Folgen für zukünftige Generationen kann die Gesetzgebung in Österreich wesentlich nachhaltiger werden. „Kurzsichtige politische Entscheidungen mit schweren finanziellen Belastungen können jetzt besser enttarnt werden. Es besteht die Hoffnung, dass der Generationen-Scan der erste Schritt zu langfristigeren Entscheidungen in der Politik sowie auch zu Reformen im Pensionssystem ist.“
Optimismus regiert den Jahresbeginn
Die Jungunternehmer selbst gehen – ganz entgegen der allgemeinen Stimmung – zuversichtlich ins neue Jahr. Besonders optimistisch sind die JW-Mitglieder, was die Zukunft des eigenen Unternehmens in den nächsten zwölf Monaten betrifft. 71 Prozent sind zuversichtlich, 20 Prozent skeptisch und fünf Prozent besorgt.
Auf die Frage, wie stark sie die schwierige wirtschaftliche Situation im eigenen Unternehmen zu spüren bekommen, antworten nur sieben Prozent mit „sehr stark“, 16 Prozent mit „einigermaßen stark“, 28 Prozent mit „nicht besonders stark“ und überraschende 44 Prozent mit „gar nicht“.
Oberösterreich beim Fortschritt ganz vorn
Der Wirtschaftsstandort Oberösterreich steht bei den Jungunternehmern hoch im Kurs: 73 Prozent halten Oberösterreich alles in allem für fortschrittlicher als die meisten anderen Bundesländer, 23 Prozent für zumindest gleich fortschrittlich.
Wirtschaftswachstum ist sowohl Folge als auch Ursache dieses Fortschritts. Damit das auch so bleibt, muss auf eine Reihe von wichtigen Faktoren für die langfristige Stabilität des Systems Wert gelegt werden. Aus Sicht der Jungen Wirtschaft
? muss mehr Gewicht auf die Ausbildung von Fachkräften gelegt werden;
? muss der Beamten- und Verwaltungsapparat verkleinert werden;
? dürfen die Unternehmen nicht mit neuen Steuern belastet werden;
? müssen die Forschung und die Entwicklung neuer Produkte verstärkt werden;
? müssen die Staatsschulden abgebaut werden;
? muss die Gründung neuer Unternehmen erleichtert werden;
? muss das Pensionssystem gerecht und finanzierbar umgestaltet werden.
Belastungsschraube etwas lockern
Neben den wichtigen wirtschaftspolitischen Themen, zu denen sich die Junge Wirtschaft zu Wort meldet, sind es aber auch die vielen alltäglichen Probleme von Jungunternehmern, deren sich die Junge Wirtschaft annimmt. „Jungunternehmerinnen und Jungunternehmer stehen gerade am Beginn und in den ersten Jahren vor zahlreichen Stolpersteinen“, so Markus Raml. „Sie tragen nicht nur ein hohes Risiko und viel Verantwortung, sondern kämpfen auch mit vielen Schwierigkeiten bei der Abwicklung von rechtlichen und administrativen Angelegenheiten.
Im Jahr 4 nach der Gründung kommt es zu sehr hohen Nachzahlungen bei der Sozialversicherung, vor allem durch die Nachbemessung bei der Pensionsversicherung. Der Zeitraum für diese Nachzahlung soll – wenn es nach den Wünschen der Jungen Wirtschaft geht – auf zwei Jahre erweitert werden. Bereits erreicht hat die Junge Wirtschaft, dass die Jungunternehmer von der Sozialversicherung der gewerblichen Wirtschaft vorzeitig und automatisch über die zu erwartenden Nachzahlungen informiert werden.
Weiters fordert die Junge Wirtschaft:
? Einführung der GmbH light
? Verbesserung der Basel II Richtlinien, um die Liquidität für Jungunternehmer zu fördern
? Innovative Firmen vermehrt fördern und leichteren Zugang zum Kapitalmarkt schaffen
? Betriebsausgabenpauschale für im Wohnungsverband gelegenes Arbeitszimmer
? Abschaffung der Veröffentlichungspflichten in der Wiener Zeitung
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